Wat!

Der Regen macht alles langsamer

Heute Morgen war es wieder so ein typischer Herbsttag in Trier. Der Regen prasselt gegen die Scheibe des Zugs, während wir aus dem Bahnhof rollen. Ich sitze in meinem üblichen Abteil, das Fenster ist schon ganz beschlagen, und ich wische mit dem Ärmel eine kleine Stelle frei, um rauszuschauen. Die Weinberge am Moselufer verschwimmen im Grau, alles wirkt weich und verschwommen.

Der Zug hat Verspätung, wie so oft, wenn's regnet. Die Gleise sind nass, und der RB fährt vorsichtig, als hätte er Angst auszurutschen. Ich nippe an meinem Kaffee aus der Thermoskanne, den ich mir in der Küche gemacht habe, bevor ich losging. Schwarz, stark, mit einem Schuss Milch. Zu Hause war's noch dunkel, als ich aufstand, und der Duft hat mich wach gemacht.

Im Abteil sind nicht viele Leute. Eine Frau mit Kopfhörern starrt auf ihr Handy, ein Mann liest die Zeitung, Rhein-Zeitung wahrscheinlich, mit den lokalen Nachrichten über die Flutgefahr am Fluss. Ich denke an meinen Job in Luxemburg, im Büro am Kirchberg, wo die Zeit immer so schnell vergeht. Berichte tippen, Meetings, alles auf Französisch und Englisch gemischt. Aber der Weg dorthin, der ist mein Moment der Ruhe.

Manchmal rede ich mit den anderen Pendlerinnen. Letzte Woche hat die Frau von der Bank aus Wasserbillig erzählt, wie teuer die Mieten in Luxemburg sind, und dass sie's nur aushält wegen des Gehalts. Ich nicke nur, weil ich's kenne. In Trier ist alles bezahlbarer, der Markt am Dienstag mit frischem Brot und Käse, das spart Nerven. Der Zug bremst jetzt, wir sind in Wasserbillig. Regen trommelt weiter, und ich packe mein Buch aus, ein altes von Fallada, das mich ablenkt.

Später, als ich aussteige in Luxemburg, ist der Himmel immer noch grau, aber die Stadt summt. Die Straßenlaternen gehen an, und ich haste zum Bus. Der Tag wird lang, doch der Regen erinnert mich, dass nicht alles hektisch sein muss. Abends fahre ich zurück, und vielleicht esse ich dann eine Flammkuchen in der Altstadt, warm und knusprig. Das Leben als Grenzgängerin hat so seine Rhythmen, und heute fühlt sich's gut an, einfach mitzulaufen.

Morgenrand April 23
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